2. September 2015

Über den Sinnesgarten

Von der Idee zum Herzensprojekt

„Wir wünschen uns einen Ort, an dem verschiedene Sinne angesprochen werden: Sehen, Riechen, Fühlen, Hören oder auch Schmecken. Einen Hof, in dem sich jung und alt aufhalten, gemeinsam spielen und lernen, sich aber auch ruhig zurückziehen können. Einen Innenhof mit Bänken und Schaukeln, Wasser, Tast- und Duftpflanzen. Daran arbeiten wir: an einem Sinnesgarten auf dem Oberlin-Gelände.“

Das Konzept

Dies waren die Wünsche, die es für Anja Möller, Landschaftsarchitektin aus Werder, galt umzusetzen. Entstanden ist ein Sinnesgarten, der in seiner Gestaltung besonderen Bezug auf die Wahrnehmungswelt der taubblinden Menschen nimmt,  Naturkräfte erleben lässt,  die historische Bausubstanz einbezieht und spielerisch Themen des Ortes und der Babelsberger Landschaft aufnimmt. Die vielfältigen Gartenelemente sind um das freie Rasen-Oval gruppiert. Der Hauptweg führt durch den Sinnesgarten und wird von einem geschwungenen Hochbeet begleitet.  An der historischen Gartenmauer mit Obstspalieren und Tastobjekten sind die kleineren „Garten-Zimmer“ mit unterschiedlichen Angeboten und Bodenbelägen angeordnet. Die Wege sind mit einer durchgängigen Seitenorientierung ausgestattet: Handläufe wechseln sich mit einem weichen Mauerstein des Hochbeetes ab und Noppenleitsteine am Boden kündigen Gartenbereiche an.

Dieser Sinnesgarten, ein reines Spendenprojekt, ist etwas ganz Besonderes, zumal er doch bisher einzigartig in seiner Art in Deutschland zu seien scheint. Auf dem bisher uncharmanten Hof des Hertha-Schulz-Hauses und des Feierabendhauses entsprießt dieser ganz besondere Ort für taubblinde Menschen, der in vielen Details auch die Geschichte Babelsbergs aufnimmt und sie erleben lässt.

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Das konnten wir schon umsetzen

Dank zahlreicher Spenden, konnte im Mai 2015 mit den Arbeiten begonnen werden. Bereits Anfang September 2015 erfolgte die Abnahme des ersten Bauabschnittes. In den letzten Monaten wurde fleißig gewerkelt. Alle bodenvorbereitenden Maßnahmen konnten durchgeführt werden. Es entstanden Wege und Plätze sowie ein unterfahrbares Hochbeet. Ein absoluter Blickfang ist die mit Mosaiksteinen nachgebildete Nuthelandschaft. In einem Workshop wurden die Mosaike zusammen mit der Bildhauerin Anne Ochmann hergestellt. Beteiligt waren daran Schüler/-innen, Bewohner/-innen, Lehrer/-innen und Betreuer/-innen aus dem Taubblindenschulbereich, wie auch den beiden Wohnstätten für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen. Angelehnt an die Geschichte Babelsbergs und den Biber, dem Namensgeber des Stadtteils, konnte die geplante Biberburg kurz vor der Winterpause fertiggestellt werden. Das Klettergerüst mit Rutsche, das speziell auf die Bedürfnisse der taubblinden und hörsehbehinderten Menschen angepasst wurde, lädt in der Mitte des Gartens zum Spielen ein. Auch drei historische Apfelbäume wurden im Dezember 2015 noch gepflanzt.

Biberburg

 

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Unser Herzensprojekt wächst weiter

Seit dem Sommer 2016 hat sich auch im Sinnesgarten einiges getan. Sträucher, Stauden und Hecken sowie Spalierobst und Kletterpflanzen konnten gepflanzt werden. Die Bepflanzung des Hochbeetes mit Kräutern, aber auch Frühblühern ist ebenfalls erfolgt.

Die Bibersitzskulptur aus Eiche steht in unmittelbarer Nähe der Biberburg. Die Skulptur stellt den Biber beim putzen dar. Seine Schwanzkelle dient der Stabilisierung.

Eine Rollstuhlschaukel, finanziert durch Spenden der MAZ-Leser/innen konnte eingeweiht werden. Das Strandzimmer mit Strandkorb und Sonnenschirmen ebenfalls.

Das Kaminzimmer mit einem Grill lädt nun zu gemütlichen Abenden im Sinnesgarten ein. Die geplante kombinierte Grill und Feuerstelle musste aus sicherheitsrelevanten Aspekten verworfen werden, da diese eine Gefahr für einen taubblinden Menschen darstellt. Ein spezieller Grill war von Nöten. Dieser musste so beschaffen sein, dass er nach Möglichkeit keine Hitze nach außen absondert.

Sie sehen, wir haben dank der Unterstützung unserer Spender viel geschafft. Die Arbeiten am Sinnesgarten sind weitergehend abgeschlossen. Bis Ende Oktober 2017 wird noch die Kuhbank und der Königsthron um die Buche eingebaut. Auch die verbliebenen Handläufe zur Orientierung am angrenzenden ehemaligen Feierabendhaus der Diakonissen angebracht.

Es wurde ein Lächeln auf die Gesichter der taubblinden und hörsehbehinderten Menschen im Oberlinhaus gezaubert. Dafür danken wir all unseren Spendern, Unterstützern und Freunden des Oberlinhaus.

Unterstützen Sie uns weiter. Auch in der Zukunft möchten wir mit Ihrer Spende weitere Herzensprojekte verwirklichen.!

Spendenkonto Oberlinstiftung
Evangelische Bank eG
IBAN: DE86 5206 0410 0008 0229 76
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Sinnesgarten

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